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Description
Gustav Mahler hatte vielfältige und ungewöhnliche literarische und philosophische Interessen: Er las Nietzsche, bevor dies Mode war; interessierte sich für "Faust II", Goethes modernsten und schwierigsten Text; verehrte den Romantiker Jean Paul und vertonte Texte aus "Des Knaben Wunderhorn", orientalisierende Poesie von Friedrich Rückert und Übersetzungen klassischer chinesischer Poesie von Hans Bethge. Die vorliegende Studie sucht einen neuen Zugang zu Mahlers Musik, indem sie seine kulturellen Interessen und ihre produktive Rezeption in seiner Musik vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Identität des Komponisten liest. Dabei werden insbesondere seine Studentenzeit um 1880 und seine kulturellen Wurzeln im Wien der Jahrhundertwende, einschließlich der Künstlerszene der Wiener Moderne und der Secession, berücksichtigt. Gezeigt wird, dass es Mahler einerseits um eine Kritik der deutschen Kultur, vor allem an deren nationalistischen und antisemitischen Tendenzen, und andererseits auch um die Präsenz von Alterität in dieser Kultur ging. Über Gustav Mahlers literarische und philosophische Interessen und ihren Einfluss auf seine Musik Gustav Mahler hatte vielfältige und ungewöhnliche literarische und philosophische Interessen: Er las Nietzsche, bevor dies Mode war; interessierte sich für "Faust II", Goethes modernsten und schwierigsten Text; verehrte den Romantiker Jean Paul und vertonte Texte aus "Des Knaben Wunderhorn", orientalisierende Poesie von Friedrich Rückert und Übersetzungen klassischer chinesischer Poesie von Hans Bethge. Die vorliegende Studie sucht einen neuen Zugang zu Mahlers Musik, indem sie seine kulturellen Interessen und ihre produktive Rezeption in seiner Musik vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Identität des Komponisten liest. Dabei werden insbesondere seine Studentenzeit um 1880 und seine kulturellen Wurzeln im Wien der Jahrhundertwende, einschließlich der Künstlerszene der Wiener Moderne und der Secession, berücksichtigt. Gezeigt wird, dass es Mahler einerseits um eine Kritik der deutschen Kultur, vor allem an deren nationalistischen und antisemitischen Tendenzen, und andererseits auch um die Präsenz von Alterität in dieser Kultur ging. Carl Niekerk arbeitet als Professor für Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft / Weltliteratur und Jewish Studies an der University of Illinois Urbana-Champaign. Er schrieb seine Doktorarbeit an der Washington University in St. Louis, wo Paul Michael Lützeler, Egon Schwarz (1922-2017) und der österreichische Literaturkritiker Ulrich Weinzierl (1954-2023) seine akademischen Lehrer waren. Zu seinen Forschungsinteressen gehören das 18. Jahrhundert und die Romantik, die Frühgeschichte der Anthropologie, das Wien der Jahrhundertwende und die österreichische Kultur, die Verbindungen zwischen Musik und Literatur und der Postkolonialismus. Er ist der Autor von Büchern zu Goethe, Lichtenberg, Mahler und der Aufklärungsanthropologie und verfasste mehr als 70 Aufsätze, darunter auch zu Themen der österreichischen Kultur: Mozarts Opern, Arthur Schnitzler, Alexander Zemlinsky, Kunst und Öffentlichkeit in Wien um 1900, Robert Musil, Franz Werfel, Ödön von Horváth, Kurban Said, Thomas Bernhard, Doron Rabinovici, Christoph Ransmayr und Josef Haslinger.



