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Description
In den letzten Jahrzehnten hat die historische Forschung das traditionelle Narrativ von der Reformation als tiefem Einschnitt in der Geistesgeschichte Lateineuropas durch eine neue, weitgehende Kontinuitäten betonende Sichtweise ersetzt und dabei konfessionell geprägte Deutungen der Frömmigkeitspraktiken des 13. bis 16. Jahrhunderts hinter sich gelassen. Unter diesen Voraussetzungen erscheinen Märtyrerkulte, Stiftungen für das Seelenheil, Wunderberichte und Wallfahrten nicht mehr länger als Perversionen des christlichen Glaubens, sondern als Ausdruck einer faszinierenden geistigen wie geistlichen Dynamik. Anhand von vier Beispielen aus verschiedenen Regionen nimmt der Band in den Blick, wie fromme Praktiken organisiert wurden und welche Rolle sie in der zeitgenössischen Lebenswelt einnahmen. Frömmigkeitspraktiken (13.-16. Jahrhundert) In den letzten Jahrzehnten hat die historische Forschung das traditionelle Narrativ von der Reformation als tiefem Einschnitt in der Geistesgeschichte Lateineuropas durch eine neue, weitgehende Kontinuitäten betonende Sichtweise ersetzt und dabei konfessionell geprägte Deutungen der Frömmigkeitspraktiken des 13. bis 16. Jahrhunderts hinter sich gelassen. Unter diesen Voraussetzungen erscheinen Märtyrerkulte, Stiftungen für das Seelenheil, Wunderberichte und Wallfahrten nicht mehr länger als Perversionen des christlichen Glaubens, sondern als Ausdruck einer faszinierenden geistigen wie geistlichen Dynamik. Anhand von vier Beispielen aus verschiedenen Regionen nimmt der Band in den Blick, wie fromme Praktiken organisiert wurden und welche Rolle sie in der zeitgenössischen Lebenswelt einnahmen. Mark Mersiowsky ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Stuttgart. Rudolf Hertwig ist Akademischer Rat auf Zeit am Historischen Institut der Universität Stuttgart.



