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Description
Wenn das schwedische Migrationsobergericht ein Asylverfahren entscheidet, entsteht neben der Entscheidung im Einzelfall zugleich eine rechtliche Norm, die die zukünftige Rechtspraxis steuert. Die Monografie untersucht, wie diese Normbildung in Kinderasylurteilen ausgestaltet wird. Im Zentrum stehen drei Präzedenzfälle zu Ausnahmen von Ausweisung und Wiedereinreisesperren für unbegleitete Minderjährige.
Analysiert werden diese Präzedenzfälle als Textpraxis aus rechtslinguistischer Perspektive unter Einbezug intertextueller und sozialsemiotischer Ansätze. Im Fokus steht, wie Textstruktur, Stimmenführung und grammatische Entscheidungen heterogene Materialien - darunter Kindererzählungen, behördliche Auskünfte und rechtliche Quellen - in sequenziell geordnete Textteile überführen, denen unterschiedliches rechtliches Gewicht zukommt.
Die Analyse zeigt, dass sprachliche und strukturelle Entscheidungen in Präzedenzfällen maßgeblich dafür sind, welche Aspekte der kindlichen Situation im Urteil berücksichtigt werden. Der Band richtet sich an Forschende der Rechts- und Sprachwissenschaft mit Interesse an Asylrecht, Kinderrechten und gerichtlicher Entscheidungsbegründung und analysiert präzise sprachliche Mechanismen rechtlicher Normbildung.
Linda Pfister, Uppsala University, Uppsala, Sweden.



