Description
Mobilität, Migration und Grenzen prägten die europäische Geschichte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bastian Matteo Scianna untersucht die Entstehung eines europäischen Mobilitätsregimes - multiperspektivisch, auf Basis umfassender Archivarbeit in mehreren Ländern, im Kontext des Ost-West-Konfliktes bis zur Umsetzung des Schengener Abkommens. Der Abbau der Grenzkontrollen zielte auf eine erhöhte Mobilität für die Bürger und wirtschaftliche Vorteile, geriet aber durch die Brisanz der Migrations- und Asylpolitik zu einem höchst umstrittenen Vorhaben und Sinnbild einer "Festung Europa". Das neue Mobilitätsregime sollte die Grundideen der europäischen Einigung - Frieden, Wohlstand, Zusammenarbeit - symbolisieren und "Europa" für die Bürger erlebbar machen. Der Bundesrepublik kam aufgrund der deutschen Teilung eine Sonderrolle zu, häufig fungierte sie als Taktgeber. Die Überwindung der Grenzen war auch Deutschlandpolitik mit anderen Mitteln. Zu den entscheidenden Treibern des Prozesses zählten zudem das Europäische Parlament, die Kommission und transnationale Parteienfamilien. An der Schnittstelle der Integrationsforschung und der Cold War Studies eröffnet Scianna neue Perspektiven auf die europäische Migrationsgeschichte.
Bastian Matteo Scianna, Universität Potsdam.



