Die Genesis als Manifest göttlicher Heilserziehung : Das ostsyrische Genesisnarrativ und seine Inspiration durch Theodor von Mopsuestia (Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur)

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Die Genesis als Manifest göttlicher Heilserziehung : Das ostsyrische Genesisnarrativ und seine Inspiration durch Theodor von Mopsuestia (Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur)

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  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783112258439

Description

As an accompaniment to the corpus of the Griechischen Christlichen Schriftsteller (GCS), Adolf von Harnack created the monograph series Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur (TU) in 1882, which from that time on served as an "archive for the ... editions of older Christian writers".

Grundlegend für die Theologie der Ostsyrer ist das Bild Gottes als eines Pädagogen, der die Menschheit durch didaktische Herablassung aus dem Zustand der Veränderlichkeit und Verirrung in denjenigen der Unveränderlichkeit überführt. Konkretisiert wird dies zunächst in einer theologisch zugespitzten Nacherzählung der Ur- und Vätergeschichte der Genesis, welche diese als Dialektik göttlicher Hoffnungszeichen und (Schein-)Strafen beschreibt: Durch immer konkreter werdende Vorverweise auf Auferstehung und Erlösung durch Christus, sowie durch ständige warnende und lenkende Eingriffe in das Schicksal der Menschheit, welche zunächst rein abschreckend, rückblickend aber heilsam wirken bereitet der himmlische Lehrer seine Menschheit auf das Kommen des Erlösers und die Verklärung durch die Auferstehung vor. Daß sich diese Ideen grundsätzlich einer Inspiration durch Theodor von Mopsuestia verdanken, ist unstrittig. Inwiefern jedoch besonders dessen verlorener Genesiskommentar dazu beitrug, dieses Narrativ konkret an den biblischen Text rückzubinden, konnte man bislang noch nicht sagen. Auf der Basis eines detaillierten Vergleichs der Genesisexegese bei ostsyrischen und griechischen Theodorianern kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, daß beide Stränge in all ihren wesentlichen Stationen in Theodors Kommentar bereits vorgebildet waren, also bereits für Theodor die Auferstehungshoffnung bei der vagen Fortbestandsverheißung an die Protoplasten einsetzte und (mindestens im Kontext) in der Andeutung des Zeitpunkts der Inkarnation in Jakobs Segnung Judas gipfelte. Auch die Lenkung der Menschheitsgeschichte durch die scheinbaren Strafaktionen des Todesurteils, der Sintflut und der Sprachverwirrung, welche in Wirklichkeit jedoch für die positive Entwicklung der Menschheit unabdingbar waren, übernehmen die Ostsyrer von ihrem Interpreten. Bei aller Treue in der Reproduktion der großen Linien verkürzen und simplifizieren sie im Detail jedoch sehr stark, so daß ein konkretes exegetisches Argument teilweise nur durch Rückgriff auf die griechischen Parallelen voll verständlich wird.

Benjamin Gleede, Eberhard-Karls-Universität Tübingen.


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