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Description
Dieser Band komplettiert die Analyse der Erzähltexte des Neuen Testaments (Evangelien, Apostelgeschichte) unter rechtsgeschichtlicher Fragestellung. Zu all den Methoden, mit denen die Neutestamentliche Wissenschaft den Sinn der Texte und die Authentizität des Berichteten zu ermitteln unternimmt, kommt hier die Kenntnisnahme der rechtsgeschichtlichen Rahmenbedingungen hinzu und die Überprüfung der Details auf diesem Hintergrund. So lässt sich ermessen, wieweit ein Text sich in einer Gedankenwelt aufhält oder der realen, nach Ort und Zeit erforschbaren. Wurde bisher vorzugsweise die Religionsgeschichte und mehr oder weniger auch die politische Geschichte berücksichtigt, so tritt hier nun die Rechtsgeschichte hinzu.
Noch aus der Zeit des judäischen Tempelstaates stammen die ältesten Teile des Johannesevangeliums, und auch der Berichtszeitraum der Apostelgeschichte ist dieser. Die Abfassung der Texte liegt aber jeweils später und die angelegten Gesichtspunkte deswegen auch. Bei Johannes zeigt sich, dass dieser Evangelist die judäischen Verhältnisse besser kennt, als man ihm bisher zutraute; wichtige Details zum Prozess Jesu verdanken wir nur ihm bzw. seinen hier sorgfältig separat gehaltenen Quellen. Die Apostelgeschichte öffnet sodann den Blick in die Weite des Römischen Reiches, seine verschieden organisierten Gemeinwesen und die Entstehung der ersten Christengemeinden.
Den Abschluss des Bandes bildet eine Analyse des Prozesses gegen Paulus (Apg 21 28) durch den Rechtshistoriker Hans Kiefner, dessen Beitrag das Modell für das ganze Unternehmen darstellte.
Der Herausgeber und Hauptverfasser, Folker Siegert, ist Prof. für Neues Testament und Judaistik a. D. an der Universität Tübingen. Mitverfasser waren Hans Kiefner, Professor für Bürgerliches und Römisches Recht und Susanne Benöhr-Laqueur, Professorin für Strafrecht an der Fachhochschule Münster.



