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Description
Veröffentlichungspraktiken im Kunstfeld sind vielfältig: Sie reichen vom Ausstellen und Publizieren von Kunst über das Schreiben über Kunst bis hin zur Veröffentlichung künstlerischer und kuratorischer Forschung. Erst durch das Veröffentlichen werden Ergebnisse kultureller Produktion öffentlich sichtbar, diskutierbar und für unterschiedliche Publika zugänglich. Veröffentlichen ist damit nicht nur ein Akt der Vermittlung, sondern ein konstitutiver Bestandteil kultureller Produktion.
Der von Sigrid Adorf, Sønke Gau und Basil Rogger herausgegebene Band versammelt künstlerische, kuratorische, theoretische und aktivistische Perspektiven auf die Frage, wie Öffentlichkeit im Kunstfeld hergestellt wird und welche ästhetischen, politischen und institutionellen Bedingungen diese Prozesse prägen. Im Zentrum steht ein Verständnis des Veröffentlichens als ästhetisch-politische Praxis. Dabei geht es nicht primär um die Vermittlung »objektiv gesicherten Wissens«, sondern um die öffentliche Mitteilung als emanzipatorische Praxis, die Unsicherheiten, Widersprüche und Komplexitäten produktiv macht.
Die Publikation geht auf die Veranstaltungsreihe Positionen und Diskurse zurück, die zwischen 2009 und 2024 am Departement Kulturanalysen und Vermittlung der Zürcher Hochschule der Künste stattfand. Über fünfzehn Jahre hinweg brachte die Reihe internationale Künstler:innen, Kurator:innen, Theoretiker:innen und Aktivist:innen zusammen, um Fragen der Öffentlichkeit, der kulturellen Produktion und der politischen Dimension ästhetischer Praxis zu diskutieren.
Mit Beiträgen von Sigrid Adorf, Dirk Baecker, Margarida Brito Alves, Sønke Gau, Stephan Geene, Jens Kastner, Eva Kernbauer, Gabriela Löffel, Isabell Lorey, Geert Lovink, Tine Melzer, Maria Muhle, Shusha Niederberger, Uriel Orlow, Volker Pantenburg, Basil Rogger und Marion von Osten.
6 - 16 Einleitung (Sigrid Adorf, Sønke Gau, Basil Rogger)17 - 35 Öffentlich/keit machen. Das Publikum als Bild und Wert (Eva Kernbauer)36 - 45 Das Kommune in der präsentischen Demokratie (Isabell Lorey)46 - 71 »Who's Going to Pick Up the Garbage on Monday Morning?« Maintenance und reproduktive Ästhetik (Maria Muhle)72 - 85 Grey, Green, Gold and Red. Vorwort (Uriel Orlow)86 - 91 Der private Schreibtisch. Wo Persönliches publik wird, wird Sprache öffentlich (Margarida Brito Alves)92 - 123 Der private Schreibtisch. Wo Persönliches publik wird, wird Sprache öffentlich (Tine Melzer)124 - 139 Inside the Public. Gabriela Löffels Einsichten in private Nutzungsräume öffentlicher Ökonomien (Sigrid Adorf)140 - 151 Strukturell blockierte Blasebälge. Zeitschriften als Überbrückungen der Gräben zwischen Kunstfeld und sozialen Bewegungen (Jens Kastner)152 - 171 Eine originäre Forschungsarbeit. Die Zeitschrift Filmkritik und ihre Öffentlichkeiten (Volker Pantenburg)172 - 195 Nicht normal weiteratmen: Lest Souffles! (Marion von Osten)196 - 203 Bücher als Gegenstände und verschobene Gebrauchswertversprechen in der Kunst (Stephan Geene)204 - 217 »Bookness« in den Künsten. Eine dialektische Geschichte dringlicher Publikationsexperimente (Geert Lovink)218 - 229 Der Server ist das Lagerfeuer. Feministische Infrastrukturkritik, Gemeinschaftlichkeit und das kulturelle Paradigma von Zirkulation in digitaler Infrastruktur (Shusha Niederberger)230 - 241 Selbstbeobachtung (Dirk Baecker) Basil Rogger studierte Philosophie, Psychologie und Pädagogik an den Universitäten von Bern und Zürich. 1991-2000 war er tätig in Forschungsprojekten des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung und 1998-2000 Mitglied des Research Department des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft. Seit 2000 arbeitet er selbstständig als Berater, Forscher, Herausgeber, Texter und Ausstellungsmacher an der Schnittstelle von Kultur und Wirtschaft. Seit 2003 ist er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Department Design und im Departement Kulturanalysen und Vermittlung. 2006-2009 war er Redaktionsleiter und seit 2009 ist er Produktionsleiter beim Lucerne Festival. Sønke Gau Sønke Gau ist Kulturwissenschaftler, Kurator und Autor. Er arbeitetals Senior Researcher und stellvertretender Leiter amForschungsschwerpunkt Kulturanalyse in den Künsten sowie Dozent ander Zürcher Hochschule der Künste. Arbeitsschwerpunkte sind dieEinflüsse kritischer künstlerischer und kuratorischer Praktiken auf(Kunst-)Institutionen sowie die (Re-)Politisierung künstlerischerkonzeptueller Praktiken. Sigrid Adorf Sigrid Adorf ist Professorin und Leiterin des ForschungsschwerpunktsKulturanalyse in den Künsten an der Zürcher Hochschule der Künste.Sie forscht, lehrt und publiziert zu Themen zeitgenössischer Kunstmit Fokus auf Politiken visueller Kultur und Praktiken der Kritik undist Mitbegründerin von INSERT. Artistic Practices as CulturalInquiries sowie Mitherausgeberin von FKW // Zeitschrift fürGeschlechterforschung und visuelle Kultur.


