Weggewiesen 1938 : Vom Gestern ins Heute geholte Schicksale jüdischer Schülerinnen und Schüler am Realgymnasium Wien 7 (2009. 260 S. 30 Abb. 20.5 cm)

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Weggewiesen 1938 : Vom Gestern ins Heute geholte Schicksale jüdischer Schülerinnen und Schüler am Realgymnasium Wien 7 (2009. 260 S. 30 Abb. 20.5 cm)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783854095255

Description


(Text)
Der 28. April 1938 bedeutete für die jüdischen SchülerInnen des Wiener Gymnasiums Kandlgasse einen drastischen Einschnitt: Auf Weisung des Wiener Stadtschulrats wurden sie nach dem 'Anschluss' Österreichs an Hitler-Deutschland von der Schule vertrieben. Viele von ihnen kamen für einige Monate in so genannte 'Judenschulen'. Dort sahen sie einer bangen Zukunft entgegen, die im schlimmsten Fall mit ihrer Ermordung in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager endete.Jahrzehnte lang beschäftigte sich niemand mit diesem dunklen Kapitel in der Geschichte des Realgymnasiums. Erst 2008 - anlässlich der Feierlichkeiten zu ihrem 100-jährigen Bestehen - begann eine sechste Klasse unter Anleitung ihrer LehrerInnen mit der Aufarbeitung der traurigen Ereignisse an ihrer Schule während des Frühjahres 1938. Die ProjektbetreiberInnen konnten schließlich 16 der 97 damals vertriebenen SchülerInnen des 'Kandelineums' ausfindig machen. Sie leben heute in alle Welt verstreut; einer von ihnen ist der Komponist und Schriftsteller Georg Kreisler. Das Buch dokumentiert und reflektiert den oftmals sehr emotionalen Kontakt, der sich in der Folge entwickelte, und die verschiedenen Formen seiner Verarbeitung. Beiträge namhafter österreichischer Wissenschaftlerinnen stellen diese Dokumentation in einen größeren historischen Kontext. Daneben wird fachdidaktischen Überlegungen zur Auslotung der unerwartet auftauchenden Probleme sowie der Grenzen und Grenzüberschreitungen bei Projekten zu Zeitgeschichte und 'Vergangenheitsbewältigung' speziell Raum geboten.Damit liefert das Buch nicht nur erhellende Einblicke in die Geschichte des Wiener Gymnasiums, des österreichischen Schulwesens im Nationalsozialismus und dessen zögerlicher Aufarbeitung in der Zweiten Republik, sondern bietet darüber hinaus auch Handreichungen und Anstöße für die - noch immer nicht selbstverständliche - Auseinandersetzung mit dem Thema an anderen Schulen.Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Brigitte Bailer, Eva Blimlinger, Renate Göllner und Primavera Driessen-Gruber.
(Author portrait)
Christopher Treiblmayr ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Universität Wien.

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