Description
(Short description)
Der strafrechtliche Begriff der Schuld ist nach wie vor eines der umstrittensten Institute der deutschen Rechtswissenschaft. Gleichzeitig stellen sich mit neuen gesellschaftlichen Entwicklungen neue Fragen rund um die Zuschreibung von Verantwortung. Die Autorin untersucht in einer inter- und intradisziplinären Auseinandersetzung die Wurzeln des Schuldbegriffes und beleuchtet davon ausgehend aktuelle rechtspolitische Entwicklungen.
(Text)
Strafrechtliche Schuld ist ein Begriff der Rechtsanwendung und von der Strafrechtsdogmatik und dem positiven Recht durchdrungen. Sie ist gleichzeitig ein überpositives Prinzip, um welches die unterschiedlichsten Fragen ranken. Willensfreiheit und Menschenbild spielen bei der Bestimmung der Schuldidee als wesentlichem Teil des Schuldbegriffes ebenso eine Rolle wie rechtstheoretische Überlegungen. So hinterfragt die Autorin in einer inter- und intradisziplinären Auseinandersetzung die Wurzeln des Schuldbegriffes und skizziert davon ausgehend das Bild der Maßfigur, welche im Rahmen einer analogistischen Schuldfeststellung für die Bestimmung der Schuld des Täters herangezogen wird. Die gewonnenen Erkenntnisse überträgt die Autorin auf aktuelle wirtschaftsstrafrechtliche Entwicklungen, insbesondere im Unternehmenssanktionsrecht.
(Table of content)
A. EinleitungB. Die Problematik um den rechtlichen SchuldbegriffDie Ablösung des psychologischen durch den normativen Schuldbegriff - Die positiv-rechtliche Erwähnung der Schuld - Die materielle Seite der Schuld - ZusammenfassungC. Die Normativität des RechtsZur Sein und Sollen-Dichotomie - Normen, Personen und deskriptive Begriffe - (Wertausfüllungsbedürftige) Begriffe der Rechtswissenschaft - Die Ausgestaltung des Rechts durch Moral oder Fakten - ErgebnisD. Schuldfähigkeit juristischer PersonenProblemaufriss - Juristische Person als Rechtsperson - Das Unternehmen als handelndes Subjekt? - Schuld(un)fähigkeit? - ErgebnisE. Zusammenfassung der wesentlichen ErkenntnisseLiteratur- und Stichwortverzeichnis
(Review)
»Das Werk ist vor allem für jene empfehlenswert, die eine handliche Lektüre zum Schuldbegriff samt seinen historischen und philosophischen Bezügen - auch mit Blick auf die Willensfreiheit des Menschen - suchen. Interessant und lesenswert sind auch die Ausführungen zur Bestimmung der 'Durchschnittsperson'. Vor allem das Aufzeigen der unterschiedlichen Meinungen in der Literatur samt Kritik zur Maßfigur ist hier positiv hervorzuheben.« Julia Köpf, in: Journal für Strafrecht, 4/2022
(Author portrait)
Viktoria Schrader studierte von 2009 bis 2016 in Dresden und Leipzig Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt im Strafrecht. Parallel absolvierte sie einen Masterstudiengang im Wirtschafts- und Steuerrecht. Von 2017 bis 2019 absolvierte die Autorin den juristischen Vorbereitungsdienst in Dresden mit Stationen u.a. in der Ethikkommission an dem Universitätsklinikum Dresden und in einer internationalen Kanzlei in Taipei, Taiwan.



